03 May 2016

HANDYFREI - 5 TIPPS FÜR EINE HANDYAUSZEIT

Handyauszeit
In Sachen Handy bin ich eigentlich ein Klischee unserer Generation. Okay, es muss nicht immer das neueste iPhone mit der fortschrittlichsten Kamera sein - mein S4 mit Riss quer durch den Display und absoluter Überforderung durch mich tut seinen Dienst auch gut und halbwegs treu. Aber ohne Handy trifft man mich selten an. Ich bin nunmal nicht gerne alleine und mit dem Handy trage ich zumindest theoretisch und virtuell meine Kontakte in meiner Tasche, was im Umkehrschluss ja heißen würde, dass ich eher selten alleine bin.

Aber wenn man mal ganz ehrlich zu sich ist, dann macht einen die ständige Handypräsenz doch noch viel einsamer. Unterschwellig wartet man die ganze Zeit auf Nachrichten, Emails, Feedback, und das kann einen schon ganz schön wahnsinnig machen. Und vor allem zieht es runter, wenn dann mal eben nichts davon kommt, das Handy leise bleibt und das Benachrichtigungslicht nicht hysterisch (Hallo, hier, drück auf den Knopf, sieh mich an, schenk mir Aufmerksamkeit!) blinkt.

Das sind nun wirklich klassische First-World-Problems, aber es sind Probleme, und den ein oder anderen kann das schon wirklich runterziehen - mich zum Beispiel. Probleme muss man immer ernst nehmen, das habe ich irgendwann gelernt. Ignorierte Probleme werden größer und größer, bis man sie irgendwann nicht mehr tragen kann und sie den Blick auf die Welt versperren.
Manche Probleme lassen sich schwer aus der Welt schaffen, das Problem des Handys jedoch recht leicht. Ich gebe mir in letzter Zeit Mühe, meinem Handy nicht allzu viel Macht zu geben, und hab ein paar Maßnahmen ergriffen, die ich euch jetzt ans Herz legen möchte :)
Handyauszeit
1. Mobiles Internet aus.
Klar, man könnte sich die Flat auch gleich sparen, aber wenn man mal fix wissen muss, wann der nächste Zug fährt, die nächste Vorstellung im Kino ist oder man diesdas mal wieder schlichtweg vergessen hat, dann ist Google einfach ein guter Helfer. Und dabei auf freies WLAN zu hoffen ist meistens nicht praktikabel, das gibt es einfach zu selten.
Ich habe für mich den Kompromiss geschlossen, dass ich während der Arbeit das Internet aus lasse. Und wenn ich was mit Freunden mache. Wenn ich einfach unterwegs bin. Und wenn ich sowieso einen schlechten Tag habe.
Wenn ich wo bin, wo WLAN ist (Zuhause), ist Handynutzung okay. Da ist schließlich auch tumblr und Instagram und Pinterest - alles Dinge, die mich erfreuen und inspirieren.
Handyauszeit
2. Ein Buch einpacken.
Lange Zugfahrten alleine sind blöde, und alleine im Wartezimmer sitzen ist auch langweilig und frustrierend. Ist man ein extrovertiertes Wesen kann man natürlich noch nette Pläuschchen mit den Mitleidenden halten - aber da die meistens selbst verhandyt sind, ist das wohl auch schwer.
Um trotzdem nicht in einem See der Langeweile und Einsamkeit zu ertrinken, nehme ich mir die besten Freunde meiner Kindheit mit - Bücher. Ich hatte eine Zeit, in der ich kaum gelesen habe, obwohl das früher meine größte Leidenschaft war. Heute packe ich mir mein aktuell gelesen werdendes Buch ein & wenn ich wo warten muss, dann kommt das eben raus.
Handyauszeit
3. Offline-Apps.
Nicht jede App braucht Internet und nicht jede App vernetzt uns automatisch mit Leuten. Solche Apps sind okay, die vertreiben gut die Zeit, ohne dass man auf Aufmerksamkeit hofft. Da wäre natürlich Candy Crush, diverse Escape-Spiele, Kalender (in Langeweilesituationen kann man so toll planen!), und und und! Im Playstore kann man auch gezielt nach Offline-Apps suchen, da finden sich noch mehr tolle Dinge.
Handyauszeit
4. Separaten Musikplayer.
Alleine schon das Bedürfnis, die Stille zu vertreiben, lässt mich oft das Handy rausholen, den Musikplayer dort starten und durch die Kopfhörer den Stimmen anderer Menschen lauschen. Und hat man das Handy einmal in der Hand, kann man ja auch gleich noch kurz whatsapp checken. Und Facebook. Instagram. Und so weiter und so fort. Dafür nutze ich gerne mein uralt-Handy, das bis auf SMS, Anrufe und Musik eh eher weniger kann.
Im Auto habe ich aber mittlerweile meinen alten iPod nano wieder als Stillevertreiber deponiert, für exzessive Bahnfahrer kann man den ja auch in die Handtasche verfrachten. Wohingegen ich zuhause bewusst das Handy an die Anlage anstöpsel - denn wenn es da liegt, kann ich es nicht nutzen, ganz einfach!
Handyauszeit
5. Tagebuch schreiben.
Mein Mitteilungsbedürfnis unterwegs kann wahrscheinlich für meine Mitmenschen zeitweise ganz schön nervig sein - schließlich finde ich es auch interessant, wenn die Sonne scheint und muss das dann gleich mal weiterkommunizieren. (Nein, außer mir ist natürlich niemand in der Lage, die Sonnenstrahlen zu bemerken!)
Ein Tagebuch kann helfen, kleine Gedanken zumindest für den Moment aus dem Kopf zu kriegen - was man einmal aufschreibt, verarbeitet man schließlich auch viel besser. Ob man das Tagebuch aufhebt oder seine Gedanken nur auf kleine Zettel schreibt, die man am Ende des Tages in den Papierkorb verfrachtet, ist dabei völlig egal, es geht schlicht und einfach um das Loswerden von Gedanken, ohne alles gleich per Internet an andere mitteilen zu müssen. Und dafür erfüllt das seinen Zweck.

4 comments:

  1. Ich finde deinen Post echt gut, da mich das Thema in letzter Zeit auch beschäftigt. Durch die Arbeit bin ich gezwungen, mein Handy immer ausmachen zu müssen. Außer mal in der Pause. Deswegen frage ich mich auch,ob ich das Handy vielleicht nicht sowieso zu viel nutze und auf was ich verzichten kann. Was ein ganz wichtiger Aspekt ist, das Handy nicht über Nacht zu laden und auch nachts auszuschalten! Das ist nciht nur für die Umwelt gut, sondern auch für deinen Schla. :)

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  2. Die Tipps sind echt super! Mir ist vor etwa 4 Wochen mein altes iphone heruntergefallen und seitdem zeigt der Bildschirm nichts mehr an, das Handy geht aber noch. Ist jetzt nichts ungewöhnliches, dass einem das Handy kaputt geht, aber was mich echt verwundert hat, ist, dass ich mich sogar ein bisschen gefreut hab als das passiert ist. Naja und seitdem hab ich mir kein Neues geholt, weil Siri ja noch funktioniert und ich also alle lebenswichtigen Fragen wie 'Wie viel Uhr ist es?' von Siri beantwortet bekomme. Ich kann sogar sagen: 'Hey Siri, ruf mal meine meinen Bruder an' oder 'Navigiere mich zum Bahnhof Altona!' Und man merkt wahnsinnig wie viel Zeit manche Menschen in ihrem Leben an ihrem Handy verbringen anstatt das zu genießen, was um ihnen passiert. Echt schade!
    Und deinen Tipp 5 hab ich sogar schon automatisch befolt! Wenn man kein Whatsapp mehr hat um mal eben jemandem zu schreiben, wie geil der Tag war, fängt man einfach an sich selbst etwas auf Papier aufzuschreiben! Super schön zum Nachlesen, was man so die letzten Wochen gemacht hat, im Handy würde ich nie die Whatsappnachricht von vor 2 Wochen lesen!
    So, langer Text! Was ich damit sagen wollte: Cool, dass du die Tipps hier aufführst, ich glaub die Leute sollten echt öfters das Handy mal weglassen!

    Liebe Grüße!
    Hanna

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  3. Toller Post! Genau meine Meinung. Das mit dem alten Handy als Musikgerät mache ich auch so. Bei mir ist die ganze Sache allerdings so weit ausgeartet, dass ich auch fast alle Apps (und vor allem social media-Apps) gelöscht habe. Nur WhatsApp, das Pons-Wörterbuch, die Chefkoch- und eine Zyklustagebuchzeugs-App sind zu den vorinstallierten Apps da geblieben. Ich finds super. Und auch wenn snapchat und instagram supi sind, ist es erstaunlich einfach, ohne sie zu leben.

    Und danke für den Tipp mit dem Tagebuch schreiben als Alternative, das sollte ich auf jeden Fall auch mal in Betracht ziehen!

    Alles Liebe

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  4. Ein wirklich schöner Post!
    Ich hab vor einiger Zeit auch mal versucht ein Wochenende lang komplett ohne Handy und Internet auszukommen und obwohl mir Instagram zum Ende hin ziemlich gefehlt hat, war es echt mal entspannt, hahah

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